Adios...

Früher war immer alles wunderbar, was Tiere betraf. Ich hatte hier meinen kleinen Zoo und sie waren mein ein und alles. Über Jahre ging das so und es war völlig selbstverständlich. Niemand konnte sich vorstellen, dass wir mal eines unserer Tiere abgeben würden. Nein. Nicht wir. Wir würden nur wieder eines anschaffen. Es war unvorstellbar. Wir und die Tiere, das war eins. Das eine ging nicht ohne das andere.

Als meine Mutter dann vor 1 1/2 Jahren anfing zu chatten war ich erst amüsiert, angesichts ihres Alters. Das sich erwachsene Menschen in nen Chat setzen ist ja nicht so üblich. Mit der Zeit, sogar recht schnell, fand ich das sogar gut. Da war ich in MSN immer mit Schlawi und einigen Freunden am schreiben und auf die Weise begann meine Mutter zu verstehen und meckerte nicht mehr so viel. Es begann eine richtig coole Zeit und ich dachte schon, die ganze Scheiße wäre endlich vorbei. Es war alles in Ordnung, eine richtig geile Zeit.

Es blieb aber nicht immer so rosig. Genau genommen war die Zeit sogar ziemlich kurz. Und als ich gerade dachte es würde mal besser werden, musst eich feststellen, dass es noch viel schlimmer sein kann. Meine Mutter lernte in diesem Chat einen Mann kenenn und verliebte sich tatsächlich in ihn. Niemand hätte das für möglich gehalten. Alle, sogar sie selbst, waren in dem Glauben gewesen sie würde nie einen anderen lieben können als den Vater meiner Brüder, der uns sitzen lassen hat - so ungefair 100 Mal. Und das ist kein Scherz.

Bis sie dann schließlich anfing semtliche Tiere abzuschaffen, war mir das eigentlich ganz egal. Immerhin muss sie selbst wissen mit wem sie sich einlässt. Dumm war nur, dass der Gute eine Tierhaarallergie hatte. Damals hatten wir noch 3 Hunde, 2 Kater, 3 Meerschweinchen und 2 Vögel. Man glaubt garnicht wie schnell das weniger sein können. In Null Komma Nix waren die Hunde weg. Trotz Schule schwänzen und einem Streit in der Familie, der eben diese Familie einmal sauber in zwei gerissen hat. Als nächstes waren die Meerschweinchen dran, die man klamm heimlich hinter meinem Rücken raus trug als ich mir in der Küche unwissend ein Brot schmierte. Sie streiten die Heimlichkeit ab, aber so ein Käfig ist verdammt laut. Man hört es wenn man den bewegt und zu der Zeit war ich sowieso immer auf dem Sprung, bereit alle Tiere an mich zu reißen, damit sie keiner weg bringt. Die zwei Katzen kamen als nächstes.

Als alles vorbei war, blieb nur noch ein Hund und die zwei Vögel. Letztere verstarben auf ganz seltsame Weise in der Nacht auf meinen Geburtstag - beide. Bis heute weiß niemand was da wirklich geschehen ist. Sie wurden auch nciht begraben wie es eigentlich nciht nur üblich, sondern auch noch abgesprochen war. Aber was zählen schon Absprachen, wenn der Mann der Träume ruft? Also ab mit den Tieren in die Mülltonne, weg mit dem Abfall. Dann blieb nur noch der Hund. Ihn abzugeben, hätte eine Reaktion in der ganzen Familie ausgelöst, die sie wohl lieber nicht provozieren wollte. Das ginge zu weit.

Wenn man nun erfährt das meine Mutter wusste, dass der Mann verheiratet war und seine Frau immer schon mit Affären betrogen hatte, packt sich ein normaler Mensch an den Kopf. Das haben wir auch gemacht. Ein türkischer, verheirateter Mann. Sie hat eine Firma aufgemacht, als sie ihren Job verlor und alles an diesen Mann gehangen, der so viel Sicherheit wie ein Orcan selbst mit sich bringt. Was haben nicht alle gesagt sie soll es lassen....es hat sie nicht gestört. Sie wusste es besser. Und dabei hat er sie auch noch mies behandelt...

Nach einiger Zeit flog ihr dann im Park ein Vogel zu. Ein Wellensittich wie die zwei davor auch schon. Prompt wurde der einkassiert. Alle haben gebrüllt wie mies das ist alle Tiere abzuschaffen und dann das nächstbeste wieder aufzunehmen, aber hat e sie interessiert? Richtig, nein.

Nur ein Jahr später war der Mann weg. Hat sich wehleidig bedankt, dass meine Mutter ihm die Augen geöffnet hätte. Wie leid es ihm doch angeblich alles tat....doch er muss sich nun auf seine Familie konzentrieren, will alles besser machen. Sicher....und schon zwischen einer und zwei Wochen sah man ihn plötzlich mit der Frau ausm Nachbarshaus auf der Neußerstraße spazieren....

Als der Mann weg war, hatte meine Mutter natürlich ncihts anderes mehr als ihre Kinder um sich drauf zu versteifen, also fing sie wieder an sich zu kümmern. Plötzlich lebte man nicht nur noch von Pizza und Pommes, sondern es wurde mehr und mehr gekocht. Meine Brüder hingen nciht mehr nur auf der Straße, es fing an sich wieder einzurenken und mit besserem Verhalten meiner Mutter kam auch der Kontakt wieder in Schwung. Meine Schwester war über Monate nicht mehr heir gewesen nach dem Streit. Ich musste mich irgendwie arangieren, da ich hier wohne und außziehen ist nicht wirklich eine Alternative. Zwischen dem ersten Kontakt nach dem Streit und dem endgültigen Verschwinden des Mannes war meine Schwester auch sonst kaum da gewesen. Der Kontakt fing wieder an, aber er war nicht mehr das was er mal war. Alles verlässt sich nciht mehr auf irgendwen, alles ist auf eine gewisse Weise hart geworden, insofern, als das das Gesetz herrscht: Jeder hilft sich selbst. Da ist nicht mehr viel Hilfe gewesen und so hat man sich darauf eingestellt.

Jetzt vor ein paar Wochen haben wir dann wieder eine Katze angeschafft. Sie ist ein paar Wochen alt. Niemand verzeiht das, wo doch die alten abgegeben wurden und ich weiß, dass es vermutlich auch nicht richtig war, doch .... ich konnte einfach nicht wiederstehen. Es gab bisher nur ein Jahr in meinem Leben in dem ich keine Katzen hatte, das letzte sollte das 2. sein und ich musste einfach wieder eine haben. Trauer und Sehnsucht, der Schmerz um den Verlust der alten Tiere, alles kroch immer an mir hoch, immer weiter und hatte mich schon längst überragt. Ich konnte manchmal nciht normal mit den Tieren umgehen, blieb auf abstand. Etwas das gerade bei mir immer schon völlig undenkbar gewesen ist. Ich und Tiere, das war noch viel mehr eins gewesen wie meine Familie und Tiere.

Der Kauf der Katze scheint auch tatsächlich vom Unglück verfolgt zu sein. Nachdem ich endlich gelernt hatte mit dieser Katze normal umzugehen und sie richtig in mein Herz geschlossen hatte, war sie gestern Abend aus der Wohnung gelaufen. Auf meine etlichen Schimpfereien, man möge doch auf Türen und Fenster wegen der Katze aufpassen, hatte natürlich keiner gehört. Ich hatte mir schon die halben Tränendrüsen leer geheult und rechnete jeden Moment damit, dass ich die Katze platt gefahren auf der Straße finde oder mit aufgeschlagenem Kopf unterm offenen Schlafzimmerfenster in unserem Hof. Dazu muss man wissen, das wir auf dem 3. tock wohnen, die Katze noch sehr jung, also tollpatschig ist und einen Knick im Schwanz hat. Selbst als die Katze dann schließlich doch gefunden wurde konnte ich nicht aufhören zu weinen. Das viele weinen führte dann heute Morgen zu gänzlich aufgequollenen Augen, einem Umstand, den ich zum Ersten Mal erlbente, als ich eine ganze Nacht durchgeheult hatte. Eine NAcht nachdem die Hunde weg waren. Einer der Hunde war ein gerade ausgewachsener Welpe, der andere Verhaltensgestört, weil er mit seinen gerademal 1 1/2 jahren schon 8 Besitzer hatte.

Der Katze geht es gut und nun passt man auch endlich mehr auf, dafür soll nun der Vogel weg. Mein kleiner Hansi. Ein total zahmes, beklopptes Ding. Schon bald nachdem der heir war, hatten alle das Intresse an dem Tierchen verloren. Man empfand ihn nur noch als nervig laut. Das änderte sich dann, als die Katze kam, denn die hat den Vogel seeehr gern. Mit unseren alten Katzen hatte das funktioniert, aber mit Tommy? Eben ist er au den Käfig gesprungen, mal wieder und diesmal ist dieser umgekippt. Kurzer Hand hatte meine Mutter beschlossen, was sie schon seid dem Katzenkauf machen wollte: der Vogel kommt zu meiner Patentante.

Es ist mitlerweile gleich was für ein Tier wir uns wann anschaffen, alle sind nur für ein kurzes Ronde Vouz. Dann sind sie wieder lästig.

Mittlerweile ist es eigentlich egal was ich tue. Ob es das Gymnasium ist, wo ich verkacke (auch wenn ich von ner Realschule komme kann ich das nicht einfach so hinnehmen) oder mit Tiere anschaffe. Nichtmal mehr den Leuten helfen kann ich noch anständig, geschweige denn, dass meine kreatieven Beschäftigungen auch nur annähernd das erreichen würden, was ich will. Früher war das alles leichter. Früher habe ich einfach gemacht und mein Ergebnis war gut. Früher war ich für alle Tiere ein sicherer Hort, sogar für Menschen, weil ich für jeden auf nahezu alles einen Rat wusste. Heute bin ich nichtmal in der Lage meinem Freund zu helfen. Was ist passiert? Was ist heute anders?

Und ganz entscheident ist dabei ja auch noch die innerliche Entwicklung meinerseits. Nicht das ich lebensmüde werden würde, das mit Sicherheit nicht. Aber ich habe keinen Spaß mehr, an fast nichts. Überall liegt ein dicker schwarzer Teppich drüber. Nur selten ist das anders und wenn dann die Schwärze wieder kommt bin ich - überhaupt nciht überrascht. Es ist ohnehin immer nur von kurzer Dauer. Ich weiß einfach nciht mehr wofür ich das alles mache. Ich weiß es nicht mehr. Früher hätte ich tausend und etliche Dinge nennen können, aber heute nicht mehr. Ich arbeite einfach mechanisch den Alltag ab, mehr nicht. Ein kurzes Hoch wird sofort von einem noch tieferen Tief in Stücke gerissen. Und die Frage bleibt: Wofür? Am Ende komme ich recht schnell ja doch wieder beim gleichen beschissenen Punkt an. Was auch immer mir Freude bereitet, was auch immer mir einen Aufschwung gibt, zieht mich kurz darauf wieder runter, weil etwas schief läuft. Entweder die Tiere müssen gleich schon wieder weg oder aber da lauert schon wieder ein Streit auf mich. Ne 5 hätte ich auch noch im Petto, da mein Inormatiklehrer heute einach ohne Ankündigung und Absprache mit den anderen Lehrern den Schriftlichen Teil der Prüfung nachgeholt hat. Und die Frage wofür ich das alles tue bleibt bestehen, da ich einfach nichts Gutes mal schaffen kann. Es ist ein ewiger Kreislauf. Immer weider stelle ich mich hin, schaffe Ärger aus dem Weg, denke ich habs geschaft und muss feststelen, dass ich nur Platz für Neues gemacht habe. Also wofür? Wofür?

Tell me.

Freya

3.11.06 23:24
 


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